Über mich

Hinterm Mond gleich links …

Anna

Hi, ich bin Anna (natürlich nicht, aber ihr dürft mich gern so nennen) — eine introvertierte Idealistin, die fast täglich an irgendeine ihrer Grenzen stößt und entsprechend krachende Gedanken hat, denen dieser Blog auf die Welt verhelfen soll.

Es ist mist-schwierig, mich auf ein paar Worte runterzubrechen oder eine Ordnung ins Chaos zu bringen. Denn ich probiere das Bloggen gerade noch ziemlich unstrukturiert aus. Wenn du nicht für dich alleine schreiben willst, musst du eine Zielgruppe definieren!, hat man mir gesagt. Hmm, na gut: Wenn du das hier liest, gehörst du dazu. Sage ich. Setz dich zu den anderen, bevor alle Kekse weg sind 😀

In diesem privaten Blog schreibe ich aus meiner introspektiven, intuitiven, oft auch von Depressionen und diffuser Angst geprägten Perspektive über alles, was mich bewegt. Nicht nur in der Gegenwart, sondern auch, wenn ich in meiner Vergangenheit ein paar Schritte zurückgehe. Ich verarbeite hier meine erste stürmische Liebe, eine flüchtige Liebe, die schwierige Liebe meines Lebens und die Liebe zu meiner Tochter. Und bevor es zu viel der Liebe wird (urrg!), teile ich zwischendurch auch meine Gedanken über unsere Gesellschaft mit euch, mit der mich ganz andere Gefühle verbinden. Denn die meisten Menschen bleiben mir in ihrem Denken und Handeln ziemlich fremd, auch dann, wenn ich sie schon lange kenne. Darum werde ich den Verdacht nicht los, dass das alles nur ein ganz großes Missverständnis ist und ich hier eigentlich gar nicht hingehöre. Es kommt mir vor, als würde ich nur von außen beobachten, wie es ist, von diesem Planeten zu sein, und konstant eine Rolle spielen, damit es niemand bemerkt. Wirklich kein Wunder, dass ich so erschöpft bin.

Aber manchmal überlege ich: Vielleicht fühlen sich ja die meisten Menschen genauso — so unverbunden — und mein Empfinden, anders zu sein, liegt nur an meinem weltfremden Anspruch, der mich nicht sehen lässt, wie normal ich tatsächlich bin. Oder daran, dass wir selten darüber reden, wie es uns eigentlich geht.

Ich weiß es einfach nicht.

Nach zweiunddreißig eher unruhigen Jahren auf dieser Erde ist mein Alltag zwar nicht gerade entspannt geworden, aber ich habe das Gefühl, dass ich so langsam mit mir ins Reine komme. Der Weg zur Selbstannahme hat für mich immer über das Schreiben geführt, und darum setze ich das hier fort. Meine Gedanken auf Papier zu zwingen, bevor sie sich in meinem Kopf wie ein Karussell drehen, bis mir schwindelig wird und ich gar nichts mehr weiß, ist für mich zu einer Chance geworden, mich selbst zu hinterfragen und, letzten Endes, aus destruktiven Gedankenmustern auszubrechen und mich zu befreien. Und wenn man endlich von diesem Karussell abgesprungen ist und das erste Mal seit einer Ewigkeit wieder festen Boden unter seinen Füßen spürt, will man nichts anderes, als auf diesem Boden zu gehen. Darum schreibe ich weiter. Weil es mich erdet.

Ansonsten liebe ich es, Mama einer temperamentvollen Erstklässlerin zu sein (Himmel, wie die Zeit vergeht), habe ein geisteswissenschaftliches Studium hinter mir und kaufe unser Brot dank der Autoren, die mir ihre Texte anvertrauen, damit ich sie lektoriere. Dass ich diesen Job so, wie ich es tue, machen kann, übersteigt, was ich je gehofft habe. Denn er verbindet meine Neigungen mit der Möglichkeit, online und von zu Hause aus zu arbeiten; was bedeutet, dass mich keiner erreicht, wenn ich mich für zwischenmenschliche Interaktion nicht gewappnet fühle (von Verhandlungen ganz zu schweigen). Während der wiederkehrenden, schwierigen Phasen, in denen ich durch ein vertrautes dunkles Tal spaziere, kann ich mich von allem abschotten und dennoch meiner Arbeit nachgehen; die Augen zumachen und durchatmen, ohne dass mir jemand Befehle ins Ohr zischt. Dann fühle ich mich zwar immer noch wacklig, aber nicht komplett von unserer Leistungsgesellschaft ausgeschlossen. Mehr Schulterklopfen, weniger Ellbogen zwischen meinen Rippen. Das klappt momentan gut. Auf das, was morgen oder in einem halben Jahr ist, kann ich mich allerdings nie verlassen.

Da ich unzufrieden mit unserem derzeitigen Schulsystem bin und die landläufige Meinung darüber, welche Lerninhalte für unsere Kinder relevant sind, nicht teile, versuche ich seit Kurzem in einem anderen Blog, Eltern dazu anzuregen, mit ihren Kindern zu philosophieren. Ich hoffe, er nimmt bald Fahrt auf.

Danke, dass du hier bist. Und dass du liest, was ich aus mir heraustobe 😉

„Anna“